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Öffnungszeiten

Mo - Fr 08:00 - 18:00 Uhr
Sa 09:00 - 12:00 Uhr

Geschichte


Aus der Geschichte der Apotheke Lauter

Zu Jubiläen gibt es immer wieder die Gelegenheit, sich daran zu erinnern, wie sich früher beholfen werden musste, als es heute selbstverständlich gewordene Dinge noch nicht gab. Vor circa 100 Jahren noch mussten sich die Lauterer ihre Arzneimittel in Aue oder Schwarzenberg besorgen. Oder sie warfen ihre Rezepte in einen Briefkasten an der Drogerie Schwind (Schwarzenberger Straße 4) ein, und die "Butnfraa" bzw. "Kegelefraa" brachte die Arznei in ihrem Korb mit. Diese Frau ging täglich nach Schwarzenberg.
Irgendwann erschien dies den Gemeindevätern zuviel. In einem extra dafür gebauten Haus, zentral in der Ortsmitte gelegen, wurde 1912 eine Apotheke als Königlich-Sächsische Personalkonzession eröffnet. Diese Kronen-Apotheke leiteten bis 1951 die Apotheker Hug, Ruppel und Seifert. Nach dem Tod von Willy Seifert musste die Apotheke eine Zeit lang ohne Leiter auskommen, bis 1952 Wolfgang und Herta Kilian mit ihrer Familie nach Lauter kamen und diese in Pacht als Privatapotheke weiterführten. Könige und andere Kronen-Träger gab es nicht mehr, also blieb es nun beim schlichten Namen Apotheke Lauter. Der Pharmazierat Wolfgang Kilian verstand sich nicht nur auf die eigene Herstellung von Tees, Salben, Tropfen und Tinkturen, er legte auch großen Wert auf eine gute Lehrlingsausbildung. Mehr als 20 Lehrlinge bildete er aus, viele von ihnen studierten später selbst Pharmazie, darunter auch Bernd Baumgarten, bis Anfang 2010 Inhaber der Marktapotheke in Aue, die seitdem von seiner Tochter Uta Baumgarten geleitet wird. 1984 übergab Wolfgang Kilian die Apotheke an seine Tochter Barbara Solbrig. Die Apotheke war mittlerweile dringend renovierungsbedürftig, schließlich hatten sich Labormethoden und die Anforderungen an eine Apotheke im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert. Auch die gesellschaftlichen Verhältnisse änderten sich, und mit der Wende hielt ein völlig neues System an Warenlieferung und -lagerung im Apothekenwesen Einzug. 1991 wurde die Apotheke renoviert und modernisiert und bekam wegen des Baumes, der dem Platz vor dem Haus und auch vielen Apothekenbesuchern Schatten spendet, den Namen Linden-Apotheke.
Auch Barbara Solbrig bildete Lehrlinge aus, ebenso ihre Tochter Antje, die 1997 in Lauter die Vogelbeer-Apotheke eröffnete. 2002 zog die Vogelbeer-Apotheke in die Räumlichkeiten am Markt ein.
Nicht nur Schulpraktikanten können einen Blick hinter die Apotheken-Kulissen werfen. Antje Bertram erklärt auch in Kindergärten, Schulen und sogar auf dem ersten Lauterer Kunstweihnachtsmarkt, wie Arzneimittel entstehen, wie man ein Zäpfchen gießt und wofür man sonst noch die Apotheke braucht... Beim Projekt "12 Monate mit Laut(er)er Kids" im 850.Jubiläumsjahr der Stadt Lauter erlebten die Kinder "wie die Kräuter in die Salbe kommen". Diese Kräuter hatten sie zuvor gemeinsam am Kinderhaus ausgesät und gepflanzt. Am Tag des traditionellen Handwerks im Oktober 2009 kamen über 300 interessierte Besucher in die Vogelbeer-Apotheke und nutzten die seltene Möglichkeit, selbst einen Blick hinter die Apothekenkulissen zu werfen. Sie konnten beim traditionellen Pillendrehen zuschauen, selbst eine Teemischung herstellen oder eine Salbe rühren.
Im Herbst 2010 konnten die Mitarbeiterinnen der Vogelbeer-Apotheke auf dem umgestalteten Gelände unterhalb des Marktplatzes ein Beet mit Heilkräutern bepflanzen. Schauen Sie es sich mal bei Gelegenheit an und kommen Sie in die Apotheke, wenn Sie Fragen dazu haben!